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Venture
Capital: Europa – ein Markt im Aufbruch
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von Dr. Claudia Petersen
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LGT
Private Equity Advisers
A member of Liechtenstein Global Trust
Venture
Capital und Private Equity
sind
derzeit ein beliebtes und vielbeschriebenes Thema in der
schweizerischen Presse.
Dabei wird unter Venture Capital
Risikokapital für die Finanzierung von Jungunternehmen verstanden,
während Private Equity der Oberbegriff für Investitionen
in nicht kotierte Unternehmen ist (zur Vereinfachung wird
Venture Capital in diesem Artikel als Synonym für beide
Begriffe verwendet werden). Bislang wurde dieses Thema jedoch
primär aus makroökonomischer Sicht in der Presse abgehandelt.
Venture Capital schien die Antwort auf die derzeitige schwierige
Wirtschaftssituation zu sein. Durch die Förderung von Jungunternehmen
erhoffte man sich den lang ersehnten wirtschaftlichen Aufschwung.
Die USA wurden hierfür als erfolgreiches Beispiel angeführt:
Dort wurden in den letzten Jahren neue Arbeitsplätze nicht
vornehmlich von den sogenannten "Blue Chip"-Firmen,
sondern von Jungunternehmen geschaffen. 70% der an der Nasdaq
kotierten Unternehmen wurden ursprünglich mit Venture Capital
finanziert.
Doch
auch als Investitionsmöglichkeit macht Venture Capital zunehmend
von sich reden. Immer mehr institutionelle und auch private
Investoren entdecken diese Anlagekategorie. Was sie so interessant
macht, sind ihre hohen Renditen bei gleichzeitig
relativ niedrigem Risiko (vergleichbar mit jenem
des Standard & Poor’s 500-Index) und tiefer Korrelation
mit traditionellen Anlagekategorien. Das heisst, dass
die Beimischung von Venture Capital die "Efficient
Frontier" eines Portfolios bedeutend verbessern
kann.
Ein
amerikanische Beispiel macht Schule
In
den USA sind Venture Capital bereits eine etablierte Branche
mit mehr als 2’000 Limited Partnerships, welche in ein breites
Spektrum von Unternehmen - von jungen Startup-Unternehmen
(Seed- oder Early-Stage-Venture) bis hin zu Leveraged und
Management Buyouts - investieren. 1995 erreichte der Venture-Capital-Markt
einen Rekordumfang von insgesamt USD 43.5 Milliarden an
betreuten Vermögen. Einige Experten meinen, dass man bei
dieser Grösse Venture Capital nicht mehr als "alternative
Anlagekategorie" bezeichnen könne. Der grosse Enthusiasmus
für diese Anlagekategorie lässt sich vor allem durch die
hohen Renditen, welche in den letzten fünf Jahren bei über
20% p.a. lagen, erklären. Überraschend für viele mag die
Tatsache sein, dass 80% der aufgebrachten Venture-Capital-Gelder
von konservativen Investoren wie Pensionskassen,
Banken, Versicherungen und Universitätsstiftungen stammen.
Sie investieren mittlerweile durchschnittlich 5,5% ihres
Vermögens in diese Anlagekategorie. Es wird erwartet, dass
dieser Trend sich in den nächsten Jahren noch verstärken
wird und dass institutionelle Investoren mittel- bis langfristig
10-15% ihres Vermögens in diese Anlageklasse investieren
werden.
Europa
ist am Aufholen
In
Europa umfasst der Markt ein betreutes Vermögen von USD
21.3 Milliarden und entspricht somit der Hälfte des amerikanischen
Marktes. Venture-Capital-Finanzierungen wurden bislang vor
allem in Grossbritannien getätigt, wohin knapp 50% der aufgenommenen
Gelder fliessen. Im Vergleich dazu befinden sich Frankreich
und Deutschland noch in der Anfangsphase, und auch die Schweiz
ist diesbezüglich bislang eher ein "Entwicklungsland".
In ganz Europa gibt es nur 400 auf Venture Capital spezialisierte
Partnerships. Etablierte Spieler mit einem nachgewiesenen
track record von mehreren Jahren wie z.B. Doughty
Hanson, 3i, Industri Kapital, Apax, Charterhouse, Münchner
Technologie Holding und Candover sind rar.
Doch
Europa scheint aus seinem "Dornröschenschlaf"
zu erwachen und wird von Experten sogar als der kommende
Venture-Capital-Markt betrachtet. Die Gründe hierfür sind
vielfältig:
- Europa
hat eine Vielzahl von hervorragenden Universitäten, die
ein Ideenpotential für
Startup-Firmen in sich bergen, welches
bislang nicht kommerziell genutzt wird. In Amerika sind
die grossen Venture-Capital-Zentren um die bekannten Universitäten
wie Stanford in Kalifornien oder MIT und Harvard in Boston
entstanden.
In
Europa werden immer mehr Initiativen zur Förderung von Jungunternehmen
lanciert. Auch in der Schweiz gibt es bereits eine Anzahl,
wie z.B. das "Swiss Venture Capital Screening Board"
der ETH und der Hochschule St. Gallen.
Die
Nachfolgeproblematik bei mehr als 700’000 Klein- und Mittel-Unternehmen
in den nächsten zehn Jahren in Deutschland und in der Schweiz
bietet eine Vielzahl an attraktiven Opportunitäten für Management
und Leveraged Buyouts.
Bedingt
durch die Rekordsummen, welche in den letzten fünf Jahren
in die Venture-Capital-Industrie in Amerika geflossen sind,
sowie durch die Tatsache, dass eine begrenzte Anzahl an
guten Investitionsmöglichkeiten bestehen, entdecken immer
mehr amerikanische Partnerships den europäischen Markt,
so etwa Advent International mit Büros in London, Frankfurt
und Mailand oder HarborVest Partners (ehemals Hancock) mit
einem Büro in London, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Vorteilhaft
für die Entwicklung von Venture Capital sind auch die verschiedenen
Initiativen von neuen Börsen wie z.B. dem AIM in London,
dem Neuen Markt in Frankfurt, dem Nouveau Marché in Paris,
Easdaq in Brüssel und der Venture-Capital-Börse in Basel.
Sie bieten Venture-Capital-Investoren Exitmöglichkeiten,
wie es sie in Europa bislang nur in ungenügendem Ausmass
gab.
Investitionsmöglichkeiten
in Venture Capital
Dem
Anleger stehen grundsätzlich drei Wege offen, in Venture
Capital zu investieren: Zum einen können Direktinvestitionen
in einzelne Jungunternehmen getätigt werden. Zum anderen
kann man sich an sogenannten "Limited Partnerships"
beteiligen oder Anteile an Funds-of-Funds erwerben.
Von
Direktinvestitionen in Jungunternehmen ist generell
abzuraten, da diese ein hohes Risiko in sich bergen. Zum
einen besteht ein massives Klumpenrisiko, wenn nur in ein
Unternehmen investiert wird, zum anderen verfügt der Anleger
i.d.R. nicht über das erforderliche Know-how, um das Unternehmen
und sein Entwicklungspotential richtig beurteilen und fördern
zu können. Wesentlich ist immer, dass bei Venture-Capital-Finanzierungen
einem Unternehmen nicht nur finanzielle Mittel zur Verfügung
gestellt werden - es muss auch eine aktive Managementbegleitung
von ausgewiesenen Experten stattfinden. Dem Privatinvestor
fehlt hierzu neben der Zeit auch meist das nötige Wissen.
Besser
ist es, in Venture Capital Partnerships zu investieren.
Partnerships investieren i.d.R. in zwischen 10 und 25 Einzelunternehmen.
Gegenüber Direktinvestitionen wird dadurch das Risiko erheblich
gesenkt. Darüber hinaus wird durch die General Partners
(die eigentlichen Venture-Capitalisten) sichergestellt,
dass neben der Investition von Geldern auch ein aktiver
Begleitprozess im Managementbereich stattfindet, indem
ein General Partner einen Sitz im Verwaltungsrat einnimmt
und sich mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens
befasst. Entwickelt sich das Unternehmen jedoch nicht nach
Plan, ist es keine Seltenheit, dass der Unternehmer ausgetauscht
wird und der General Partner selbst operativ tätig wird,
bis ein adäquates Management gefunden wird. Prominentes
schweizerisches Beispiel für eine Venture Capital Partnership
ist Venturetech, welche sich auf Investitionen in junge
Technologiefirmen spezialisiert hat.
Investitionen
in Partnerships sind jedoch nicht für jedermann möglich.
Sie zeichnen sich durch hohe Mindestinvestitionssummen (je
nach Partnership zwischen USD 1 Mio. und 10 Mio.) und durch
lange "Lock-Up"-Fristen von i.d.R. 10 Jahren
aus. So ist es nicht erstaunlich, dass diese Anlagekategorie
bislang Privatinvestoren verschlossen blieb. Doch auch für
institutionelle Anleger sind Investitionen in Partnerships
nicht ganz einfach. Bei mehr als 2’500 Partnerships weltweit
ist es schwierig, die besten auszuwählen. Dies ist jedoch
von entscheidender Bedeutung, da grosse Renditeunterschiede
zwischen dem Industriedurchschnitt und den besten Partnerships
bestehen. So betrug die Nettorendite der Gesamtindustrie
in den USA von 1980 bis 1995 16,7% p.a. Nimmt man die "Top
50%" der Partnerships im gleichen Zeitraum, steigt
die erzielte Nettorendite auf über 20%, und bei den "Top
25%" der Partnerships beträgt sie sogar über 30%! Doch
die besten Partnerships nehmen keine Neuinvestoren auf.
Kleiner Perkins Caufield & Buyers, eine in Kalifornien
ansässige, auf High-Tech spezialisierte Early Stage Venture
Partnership, wird generell als die "Star-Partnership"
bezeichnet, da sie über die letzten 10 Jahre konsistent
eine Nettorendite von über 45% p.a. erwirtschaftet
hat. Kleiner Perkins braucht nicht einmal eine Woche, um
einen neuen Fonds aufzulegen, der von bestehenden Altinvestoren
restlos überzeichnet ist.
Eine
weitere Investitionsmöglichkeit in Venture Capital ist die
Investition in sogenannte Funds-of-Funds. Diese investieren
in ein breites Spektrum von Partnerships. Das Klumpenrisiko,
welches bei einer Investition in eine einzelne hochspezialisierte
Partnership besteht, wird durch eine gezielte Auswahl von
verschiedenen Partnerships reduziert. Darüber hinaus dienen
viele Funds-of-Funds als "Türöffner" für die besten
Partnerships, da sie über Jahre hinweg enge Beziehungen
zu ihnen aufgebaut haben. Jedoch ist auch bei ihnen i.d.R.
mit hohen Mindestinvestitionssummen und langen "Lock-Up"-Fristen
zu rechnen.
Innovatives
Produkt aus der Schweiz
Eine
Antwort auf die aufgezeigten Hindernisse, welche bislang
mit Investitionen in diese Anlagekategorie verbunden waren,
bietet das innovative Unternehmen Castle Private Equity
AG, welches im März dieses Jahres von Liechtenstein Global
Trust und Partners Group Zug lanciert wurde. Castle Private
Equity AG ist die erste kotierte schweizerische Beteiligungsgesellschaft
für Venture-Capital- und Private-Equity-Anlagen. Erstmals
können sich Investoren durch den Erwerb von börsenkotierten
Aktien an dieser interessanten Anlagekategorie beteiligen.
Die Aktien von Castle Private Equity werden täglich an der
Luxemburger Börse gehandelt. Probleme wie hohe Mindestinvestitionssummen
oder fehlende Liquidität durch lange Haltefristen fallen
durch diese Struktur weg. Das Fund-of-Funds-Prinzip gewährleistet
eine breite Diversifikation, und ein professionelles Anlageteam,
das über 15 Investmentmanager mit einer mehr als 15jährigen
Erfahrung in dieser Industrie verfügt, eröffnet den Zutritt
zu den besten Partnerships der Welt. Seit der Erstemission
konnten fast 90% des Gesamtvermögens von Castle Private
Equity mit 26 erstklassigen Partnerships plaziert werden.
Dabei entstand ein gut diversifiziertes und ausgewogenes
Portfolio in bezug auf Investmentstil, geographische Regionen
und Industriesektoren. Die kapitalgewichtete Netto-Durchschnittsrendite
(IRR) der ausgewählten Partnerships lag in der Vergangenheit
bei 38.5%.
Risikokapital
ohne Risiko
Obwohl
Venture Capital in Europa noch in seinen Anfängen steht,
deuten alle Anzeichen darauf hin, dass sich dies in den
nächsten Jahren radikal ändern wird. Venture Capital ist
ein komplexer Markt, der von seiner Natur aus ineffizient
ist. Bei Investitionen in Venture Capital ist deshalb von
grösster Bedeutung, in die besten Partnerships oder den
besten Fund-of-Funds zu investieren, welcher über langjährige
Venture-Capital-Erfahrung und vor allem über ein erstklassiges
Beziehungsnetz verfügt. Nur so können die besten Renditen
bei einem tiefen und diversifizierten Risiko erzielt werden.
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Dr.
Claudia Petersen
ist Geschäftsführerin
der LGT Private Equity Advisers AG, Vaduz, des Investmentmanagers
von Castle Private Equity AG, einer schweizerischen
kotierten Beteiligungsgesellschaft für Private-Equity-
und Venture-Capital-Anlagen.
Dr. Claudia Petersen
LGT Private Equity Advisers
Aktiengesellschaft
Herrengasse 12
FL-9490 Vaduz
Principality of Liechtenstein
Tel.: +41 75
235 29 29
Fax: +41 75 235 29 55
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